Begegne den Menschen

 

 Aniceth  Vincent

 Hallo, ich heiße Aniceth  Vincent und bin 30 Jahre alt. Geboren wurde ich ohne Hörproblem in Tabora, im Bezirk Urambo, der im zentralen Westen von Tansania liegt.

Jedoch, im siebten Lebensjahr verlor ich das Gehör. In den 2 darauf folgenden Jahren besuchte ich eine Schule für Gehörlose. Die weiterführende Schule war für Hörende, somit konnte ich dem Unterricht nicht folgen und mußte die Schule abbrechen. Dadurch war ich gezwungen zu Hause zu bleiben und war auf die Hilfe meiner Familie angewiesen. Nach einer gewissen Zeit konnte ich eine 3jährige Ausbildung als Zimmermann machen. In dieser Zeit erfuhr ich von der NURU Werkstatt und  der Arbeit die sie dort tun. Im Jahr 2014 bekam ich die Gelegenheit dort mitzuarbeiten und damit das Vorrecht  zu lernen wie man schöne Dinge aus Holz herstellen kann. Zusätzlich, hat mir die Mitarbeit bei NURU ermöglicht selbständiger zu werden, mich zu versorgen und nicht nur meiner Familie auf der Tasche zu liegen.

 

Julieth Paulo

Hallo, ich heiße Julieth Paulo. Geboren wurde ich in Dar es Salaam, im Stadtbezirk Kinondoni.

Als ich vor 24 Jahren gesund gebornen. Mit 3 Monaten wurde ich schwerkrank und verlor dadurch mein Gehör. Ich hatte in meinem Leben keine Gelegenheit zur Schule zu gehen, somit war ich war total abhängig von meinen Eltern. Ich konnte mich mit niemanden unterhalten, da ich die Zeichensprache nicht kannte. Von der NURU Werkstatt erfuhr ich von führenden Leuten der damaligen Zeit. Am Anfang habe ich mich dagegen gesperrt, weil ich noch nie von zu Hause fort gewesen war. Trotzdem habe ich die Arbeit dort einmal angeschaut und wurde von den Leuten ermutigt dort mitzuarbeiten. In den letzten Jahren habe ich viele neue Dinge gelernt, wie etwa backen und nähen, so wie auch die Zeichensprache (Gehörlosensprache).

Ich bin nicht verheiratet und habe zwei Kinder. Dank meiner Arbeit bei NURU kann ich ein Zimmer direkt  neben der Werkstatt mieten, meine Kinder in die Schule schicken und unseren Lebensunterhalt bezahlen.

 

Esther

 Esther wurde als viertes Kind ihrer Familie in Dar es Salaam  geboren. Leider starb ihr Vater als sie 4 Jahre alt war. Das Leid der Familie wurde noch größer, denn die Mitglieder der Familie des Vaters

kamen und nahmen alles mit was die Witwe besaß. Auch das Haus in dem sie wohnten mußten sie verlassen, denn es gehörte dem Bruder des verstorbenen Vaters. Der Witwe mit den Kindern blieb nichts anderes übrig, als nach Mbeya zu ziehen um mit den Schwiegereltern zusammen zu wohnen. Mit dem Sammeln und Verkauf von Feuerholz war es ihnen möglich, den „Kopf gerade so über Wasser“ zu halten.

In dieser Zeit war es auch, dass Esther schwer krank wurde. Ihre Mutter brachte sie ins

Krankenhaus. Dort kam sie sofort auf die Intensivstation, denn sie war nicht mehr bei Bewußtsein.

Sie mußte künstlich ernährt und beatmet werden. Nach etwa 8 Monaten kam sie langsam wieder zum Bewußtsein. Leider hatte sie von der Taille abwärts kein Gefühl mehr in ihren Körper. Ihre Mutter brachte sie zur Kirche, damit dort für sie gebetet werden konnte. Das Wunder geschah, das

Gefühl kehrte zurück. Leider stellte sich mit der Zeit heraus, daß ihre Beine nicht mehr wuchsen und kraftlos blieben.

Die Kirche in Mbeya war die einzige Stelle von der die Familie Unterstützung in ihrer schwierigen Lage bekam. Sie sammelten Geld, um die Rückreise nach Dar es Salaam für die Familie zu ermöglichen. Esters Vater besaß ein Zimmer in Dar es Salaam, davon wußte seine Familie nichts.

Aus diesem Grunde war es Esthers Familie geblieben und sie hatten eine Bleibe. Der Pastor der Kirchengemeinde in Mbeya hatte der Mutter ein Empfehlungsschreiben an die Gemeinde in Dar es

Salaam mitgegeben. Somit konnte sie dort um Hilfe bitten. Der dortige Pastor kannte die Arbeit der Heilsarmee in Dar es Salaam und wußte, daß sie eine Schule mit Internat für Körperbehinderte Kinder unterhielten. Als Esther 7 Jahre alt war wurde sie dort aufgenommen. Der Pastor und seine Gemeinde waren sehr hilfsbereit und bezahlten auch die Schulgebühren. Esther bekam dort viel Hilfe, sie lernte es sich selbst zu waschen, anziehen, zur Toilette zu gehen usw.

Leider verstarb der Pastor, aber Gott schenkte durch Nonnen Hilfe. Sie bezahlten die Schulgebühren, dadurch war es Esther möglich die Grundschule abzuschließen. Somit hatte sie auch die Voraussetzung eine weiterführende Schule zu besuchen. Leider hatte ihre Mutter nicht das Geld, die Schuluniform zu kaufen. Als Esther versuchte trotzdem zur Schule zu gehen, wurde sie von den Lehrern abgewiesen. Esther hatte aber das  Bedürfnis weiter zu lernen. Sie ließ sich von  den Kindern mit denen sie eigentlich in der Klasse gewesen wäre, alles zeigen und so lernte sie weiter. Das ging etwa drei Monate so, bis eine Mutter dieser Kinder sich der Sache annahm und mit der Leitung dieser Schule über die Situation von Esther sprach. Dadurch bekam Esther die Erlaubnis die Klassen zu besuchen.

Doch dann starb auch ihre Mutter. Esther hatte nun fast alles verloren, ihren gesunden Körper und ihre Eltern. Die nächsten 4 Jahre waren sehr, sehr schwierig für sie. Ein Dasein in dem keine Zukunft zu erkennen war. Obwohl es immer wieder Menschen gab die den 4 Geschwistern etwas zu Essen gaben und auch das benötigte Schulgeld, waren die Kinder doch auf sich selbst gestellt. Esther verließ dann die Schule, weil sie den Mut verlor.

Durch den Kontakt mit einer Missionsgesellschaft bekam Esther die Gelegenheit eine einjährige Ausbildung zur Sekretärin zu machen. Langsam kehrte auch die Freude am Leben zurück. Nach dem Abschluß erhielt sie Gelegenheit in der NURU Werkstatt mit zu arbeiten.  Esther ist jetzt eine  wichtige Mitarbeiterin in dem Projekt. Sie hat ein sehr gutes Wissen, spricht Englisch und auch die  Gehörlosensprache. Unter den Mitarbeitern ist sie anerkannt und respektiert.

In der Zwischenzeit ist sie verheiratet und hat einen Sohn. Sie sagt von  ihrem Leben: Mein Leben ähnelt dem des Joseph. Mir wurde alles genommen, aber Gott war da.

Er hatte einen guten Plan für mein Leben. GOTT IST GUT ZU MIR!